Das Budget des Bremer Jobcenters ist bereits jetzt nahezu ausgegeben. Dies trifft auch zwei Beschäftigungsmaßnahmen bei der WaBeQ: den BikePoint und die Schneiderei „Heiße Nadel“. In beiden Maßnahmen finden langzeitarbeitlose Bremerinnen & Bremer eine sinnvolle Beschäftigung, in der sie sozialpädagogisch begleitet und schrittweise wieder an den ersten Arbeitsmarkt heran geführt werden. Leider werden beide Maßnahmen ab dem 1. August 2024 nicht mehr weiter geführt werden können.

Was das konkret bedeutet? Beispiel BikePoint: 1 x pro Woche geht das Team vom BikePoint zusammen mit den Umweltbetrieb und der Polzeit auf „Abschneidetour“ und entfernt besitzlose Fahrräder an Stellen, an denen sich diese in großen Mengen befinden. Diese sog. Schrotträder werden zunächst für 6 Monate verwahrt, falls sich die Besitzerin oder der Besitzer doch noch melden und das Rad zurück haben wollen. Kommt niemand, werden die Räder auseinandergenommen und behutsam und mit viel Know-How unter professioneller Anleitung zu gebrauchsfertigen Fahrrädern wieder zusammengeschraubt. Diese werden dann an gemeinnützige Organsiationen, Geflüchtetenunterkünfte oder Jugendeinrichtungen abgegeben. Vom Schrott- zum Lieblingsrad – ein Kreislauf, der auch dank der AGH-Teilnehmenden so gut funktioniert.

Welche persönlichen Auswirkungen der Verlust der Arbeitsgelegenheit auf die Teilnehmenden hat, wird am Beispiel der ArBis im Weser Kurier am 4.07.2024 beschrieben: „Da ist dann ein leerer Raum„, und am Beispiel der Kinder- und Jugendfarm Habenhausen im Weserreport am 7. Juli: „Es ist eine Katastrophe„. Insgesamt sind über 350 Teilnehmendenplätze in 21 Maßnahmen in ganz Bremen zum 1. August 2024 von der Schließung betroffen. Schon jetzt ist außerdem klar: Das Bremer Jobcenter muss auch 2025 sparen und wird dann viel genauer hingucken müssen, welche Maßnahmen es noch finanzieren kann.

Das Jobcenter Bremen sieht sich gezwungen, im Bereich der Förderung von Beschäftigungsmaßnahmen drastisch zu sparen. Diese Kürzungen betreffen auch [an]docken, eine Maßnahme, die sich seit sechs Jahren erfolgreich um junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren ohne festen Wohnsitz und ohne Angliederung an das Hilfesystem bemüht. Die benötigten Kosten zur Durchführung der Maßnahme übersteigen die vorhandenen Haushaltsmittel, daher wird die Förderung für [an]docken nicht bewilligt. Deshalb muss diese bedeutende Maßnahme nun zum 31. Juli 2024 enden.

[an]docken, gestartet im Jahr 2018, war die erste Anlaufstelle dieser Art in Norddeutschland und gilt seither als Vorbild für viele Städte und Gemeinden, die ähnliche Angebote planen oder bereits umsetzen. Träger der Maßnahme in Bremen ist die Waller Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft mbH gemeinnützig (WaBeQ) mit Sitz in Walle in Kooperation mit dem Zentrum für Schule und Beruf (zsb),Deutsches Rotes Kreuz Bremen.

Die Kernaufgabe von [an]docken ist es, jungen Menschen die Wiedereingliederung ins Hilfesystem zu ermöglichen, ihnen akute Unterstützung in verschiedensten Bereichen zu bieten und einen festen Anlaufpunkt zu schaffen, an dem sie sich aufhalten und einfach nur sein können. Dies umfasst Möglichkeiten wie Duschen, Kleidung waschen oder wechseln, ein tägliches Mittagsangebot, sowie Einzelfallberatung in persönlichen Gesprächen, Bewerbungstrainings und Begleitung bei Behördengängen. Besonders hervorzuheben ist das mobile Beratungsangebot, bei dem das Team von [an]docken mit einem Bus durch die Quartiere fährt und junge Menschen direkt dort aufsucht, wo sie sich aufhalten – ohne dass diese den Weg in die Innenstadt machen müssen.

Diese Maßnahme, die täglich eine hohe Anzahl an Besuchenden verzeichnet, ist von unschätzbarem Wert für junge Menschen, die beispielsweise in keinem Hilfesystem angebunden sind. Seit ihrem Bestehen hat [an]docken insgesamt ca. 60 junge Menschen durch Einzelfallhilfe ins Hilfesystem und teilweise in Qualifizierungsperspektiven gebracht. Über die Laufzeit fanden insgesamt 32.000 Besuche und mehr als 12.000 Beratungen statt.

Das plötzliche Aus für [an]docken ist ein herber Schlag für die Betroffenen und die Stadt Bremen. In Bremen gibt es keine gleichwertige Alternative zu diesem Angebot, sodass die jungen Menschen nun Gefahr laufen, wieder in Perspektivlosigkeit zu geraten und sich verstärkt im Stadtbild bemerkbar zu machen. Dem Team von [an]docken bleiben lediglich vier Wochen Zeit, den Standort abzuwickeln und die laufenden Unterstützungsmaßnahmen einzustellen.

Einen Beitrag über die Schließung von [an]docken hat auch der Weser Kurier gebracht: Artikel vom 8.07.2024

Kontakt für Rückfragen bei der WaBeQ:
Assil Amin (Bereichsleitung Berufliche Bildung), a.amin@wabeq.de, Telefon 0176 / 8496 6888

Am 5. Juli 2024 wird es wieder ein Sommerfest für die Anwohnerinnen & Anwohner rund um das Wohnquartier in der Rostocker Straße geben – und für alle Gröpelingerinnen & Gröpelinger und Interessierte, die mit uns den Sommer feiern wollen.

Das Programm ist reichhaltig: Zaubern mit Bodo Becker, das Bewegungsangebot vom bemil, Kinderschminken, ein GLücksrad mit tollen Gewinnen, Kaffee&Kuchen und Leckeres vom Grill sowie als besonderem Highlight einer zweisprachigen Lesung des Buches „Schlüsselkinder“ von Sadik Sahin und Rosi Kluth-Münsch auf Türkisch und Deutsch.

Um 14 Uhr geht es los, wir freuen uns auf reichlich Besuch!

17:20 Uhr: Das Event ist rund ums Weserstadion angelegt und ich entscheide mich, mit dem Fahrrad zur Veranstaltung zu fahren. Nimm nicht dein gutes Fahrrad, höre ich noch aus dem OFF und wie verzaubert nehme ich den Schlüssel der „Schrottscheese“ (wirklich schlechtes Fahrrad).
17:25 Uhr:
Ich sitze auf dem Fahrrad, es quietscht erbärmlich und ich komme im Schneckentempo voran.
17:26 Uhr:
Ich frage mich, warum ich das freiwillig mache, und beruhige mich mit dem Placeboeffekt des olympischen Gedankens.
17:27 Uhr:
Der Placeboeffekt ist vorbei – die höchste aller Mächte setzt ein … Ich habe Hunger.
17:36 Uhr:
Interessant: Schon auf dem Hinweg überholen mich viele Leute mit ihrem Fahrrad im absolut perfekten, farblich auf den Laufparter/in abgestimmten und funktionalen Hightech-Sportoutfit. Eine Vorahnung?
17:48 Uhr:
Ankunft am Event und meine Vorahnung hat sich mehr als bestätigt. Ich schaue an mir herunter und schlussfolgere, dass ich in meinem rudimentären und bunt zusammengestellten Outfit eher nach Campingplatz, gleich grillen und viel Bier aussehe.
17:49 Uhr:
Notiz aus dem „Camper“-Gehirn: Ich meinte eher auch Dein Laufverhalten als Allegorie auf Deinen bevorstehenden Lauferfolg. Aber mach mal weiter …
17:50 Uhr:
Okay, nicht einschüchtern lassen, schon gar nicht von mir. Ich sehe und treffe die anderen „Kollegenden“ der WaBeQ GmbHg an unserem Tisch. Alle sind gut drauf, freuen sich auf das Event und sehen fit aus.
17:52 Uhr
: Die Laufnummern werden vergeben und ich versuche, sie an meiner Kleidung zu befestigen. Irgendjemand sagt noch, dass das Schild mehr nach Lätzchen aussieht, und ich frage mich, ob ich gemeint war, denn mein Schild bestätigte stumm diese Aussage.
17:53 Uhr: Ich bekomme von Sonja (Gesundheitsbeauftragte) einen Crashkurs im „Gehen mit Stöcken“ und bin nach 38 Sekunden fertig. Sie sagt, das reicht und das Laufen mit Stöcken sieht bei mir schon – naja, „aus“ eben.
17:54 Uhr: Auf zum Startblock, der Start ist gegen 18:00 Uhr. Ich denke noch: Wir starten im ersten Block, da laufen IMMER die Adrenalinfreunde/innen mit viel Elan und besonders viel „Hightech“. Laufuhren, Pulskontrolldinger, Stulpen, Hightech-Schweißbänder mit E-Mail-Funktion, Gyrostabilisatoren, alles am und im Startblock vertreten.
17:55 Uhr: Dann hörte ich das Pure Grauen. Ihre alles Übertönende, krächzende und mindestens 30 m reichende und technisch unverstärkte Stimme: „Mit den Stöcken können Sie da aber nicht starten“, sagte sie. „Das geht aus Sicherheitsgründen nicht“, sagte sie. „Die Stöckerleutestarten erst um 19:40 Uhr“, sagte sie, und mein größer als ihre Stimmreichweite werdendes Entsetzen entgleiste direkt vor der Dame, wie ein leicht verspäteter Zug vor der Einfahrt in einen rettenden Umsteigebahnhof. Kurzum: Wir „Stockläufer“, wie sie es sagte, wollten aber nicht so lange in der Kälte stehen und haben deshalb beschlossen, dass wir auch um 18:00 Uhr mit den Joggern starten. Zuerst dachte ich, das sei eine gute Idee, doch dann kam das „Grauen“ meinen Rücken heraufgekrabbelt. Joggen! JOGGEN?! ICH? Mein Hirn: Nee, mach ich nicht. Nee, mach ich nicht. Nee, mach ich nicht. Nee, mach ich nicht. Nee, mach ich nicht. Nee, mach ich nicht. Nee, mach ich nicht. Nee, mach ich nicht. Nee, mach ich nicht.
17:56 Uhr: Dann sehe ich mich äußerst intensiv und nahezu panisch nach einem Sauerstoffzelt um. 1000 Vermeidungsstrategien ziehen an meinem inneren Auge vorbei. So etwas wie: Fuß spontan brechen, Nervenzusammenbruch, AU sein oder noch eben zu einer Besprechung müssen (mit Keksen, Kaffee und irgendeinem leichten Thema, wo ich nur nicken muss).
17:58 Uhr: Mein Körper übernimmt. Sonja lächelt mich wohlwollend an und sagt: „Das wird schon.“ Ab da beobachtete ich mich seitlich von oben, wie ein Forscher, der gerade eine neue Gattung entdeckt hatte (ein Insekt). Ich sah, wie ich die Stöcke bei einem Streckenposten abgebe, und Sonja sagt, es sei alles geregelt. Meine Ratio im Gehirn sagte: „Alles klar, ich machte dann mal Feierabend“, vergnügte sich beim Kopfkino mit Netflix und Co. Meine Füße bewegen sich zum Startblock. Nicht denken! Heiko, nicht denken! Wie auch mit einer abgemeldeten Ratio … und ich sehne mich insgeheim nach irgendeiner Besprechung.
17:59 Uhr: Der Countdown läuft, alle jubeln und ansteckenderweise freue ich mich auch. Ich suche den Blickkontakt zu den Ersthelfer:innen am Streckenrand. Dann habe ich mich zusammengerissen und will vorankommen, ich will laufen, ich will gewinnen. Ich realisiere, dass ich in der Startaufstellung neben vielen fitten Supermännern/-frauen und einem Maskottchen, einer Giraffe stehe. Irgendwie passend, denke ich noch. Die WabeQ-Leute sind alle gut drauf und wir scherzen und lachen viel. Noch!
18:00 Uhr: Der Startschuss ertönt! Wir bewegen uns mit der Geschwindigkeit einer Warteschlange in einem x-beliebigen Amt in Norddeutschland (nördlich von Marne!) Ich könnte meine ganze Lebensgeschichte erzählen, bevor ich dran wäre.
18:07 Uhr: Mein Musik-Player gibt den Geist auf, und dann fällt mir ein, dass ich den zu Hause vergessen habe. Meine einzige Motivation ist jetzt das Atmen und die gute Stimmung im WaBeQ-Team! @ Sonja, ohne Deine Motivation wäre ich sofort nach Hause gegangen!
18:12 Uhr: Hurra, Kilometer 1 ist geschafft und es fühlt sich körperlich („füßlich“) an wie Kilometer 36. Unsere Gruppe ist tatsächlich letzter, wir wurden kräftig überholt und jetzt kommt niemand mehr nach. Emma, Juliane, Mario und Alexander setzen sich ab und liefen um ihr Leben, als ob es keinen Morgen mehr gibt. Das finde ich voll cool und beschließe ab heute zu trainieren. Oder erst Morgen? Ach, nächste Woche reicht auch noch …  
18:16 Uhr: Wir haben tatsächlich drei andere Läufer überholt und ich fühle mich großartig. Jetzt sind wir definitiv nicht mehr Letzte/r. Und dann ein leichter Motivationsdämpfer mit überregionaler Tragweite. Uns überholte auch das 2. Starterfeld! Naja, okidocki, dann eben aus der 1. Gruppe nicht letzter. Tze! „Wichtig sind der Style und der Drop, Digga“, sagte mein Hirn und krümelte erbärmlich mit Chips. Welchen S.t.y.l.e meint es? Etwa Camper?
18:25 Uhr:
Kilometer 2. Die Giraffe steht am Rand und winkt zynisch. Ich frage mich, wie sie das geschafft hat. Sie so schnell oder wir so langsam?
18:35 Uhr:
Die Wege der Marathonstrecke kreuzen sich und ich sehe auf der anderen Seite Emma und Alexander. Wau, denke ich noch und freue mich für sie, denn jetzt sind wir definitiv nicht Letzter/-e! Dennoch sind es noch drei Kilometer bis zum Ziel.
18:38 Uhr:
Ich setze mich von der Gruppe ab und ertappe mich beim Joggen. ICH! Aber es geht und lässt sich aushalten.
18:39 Uhr (59 Sekunden später)
: Okay, ich gehe wieder! Und ab jetzt wechsle ich zwischen Laufen und Gehen ab. Randnotiz: Extrem wichtig ist, wenn Kameras und Leute am Rand stehen, kurz zu laufen und voll motiviert zu gucken. In Camperkleidung – mit zu viel Kaffee – und Lätzchen mit Zahl drauf. Ich kämpfe Meter für Meter.
19:00 Uhr: Ich habe es geschafft!!!!! Ich habe die Ziellinie im Weserstadion überquert. Der Ansager hat meinen Namen und den meiner Firma gerufen. Herzlichen Glückwunsch, Heiko Schulz von der WaBeQ GmbHg und ein Fotograf hat meinen glorreichen Moment festgehalten – verschwitzt, aber siegreich. Ich überlege vor lauter Motivation, ob ich noch eine Runde laufen soll, verwerfe den Gedanken aber ganz schnell wieder. Vielleicht mit Laufstöckern?
19:10 Uhr: Wir treffen uns alle am Ausgangspunkt (unserem Tisch) wieder und berichten gegenseitig, wie es war und wer, welche Zeit hatte usw. Es ist schön, ein Teil der Gruppe zu sein.
19:15 Uhr: Ich hole Würstchen für alle als kleinen Snack und stehe bei der Ausgabe für die Firmen. Meine Bestellung kommt und ich bekomme ganze vier vorbestellte Würstchen. Alle um mich herum machen versöhnliche „Ooooh, süß“-Laute, denn deren Firmenbestellungen gingen auf die 50 oder 60 Würstchen zu.
19:40 Uhr: Nach dem schönen gemeinsamen Essen (in Harmonie -> vegan und Wurst – ich bin für beides!) beschließen wir, die Gruppe aufzulösen (es begann auch zu regnen).
19:45 Uhr: Allein auf meinem Klapperfahrrad bekomme ich zwei Erkenntnisse ins Campinghirn:

  1. Beim Marathon laufen immer vorne die Profis, die Schlagzeilen machen und ganz hinten die Menschen, die große Geschichten über das Leben zu erzählen haben. Und ich, ich war unterwegs mit Kollegen, denen es um viel mehr ging als nur um Sport.
  2. Beim nächsten Mal wünsche ich mir auch, 40 Würstchen für die „Kollegenden“ abholen zu dürfen!

Danke an die Laufgruppe, das (ihr) war großartig, und danke an Mika und Malte für das Aufpassen auf unsere Sachen!

Grüße,
Heiko Schulz
Bereichsleiter Infrastruktur, QMB und neuerdings Camper
P.S. Mein Gehirn hat „Binge watching“ für sich entdeckt. Voll nervig 😊


Das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-Behindertenrechtskonvention) ist das erste internationale, rechtsverbindliche Instrument, in dem Mindeststandards für die Rechte von Menschen mit Behinderungen festgelegt sind. Für die EU trat die UN-Behindertenrechtskonvention am 22. Januar 2011 in Kraft. Alle EU-Mitgliedstaaten haben das Übereinkommen unterzeichnet und ratifiziert. Im Januar 2019 haben 22 EU-Länder außerdem das Fakultativprotokoll dazu unterzeichnet und ratifiziert.

Weitere Informationen erhalten Sie über den Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung.

Mit der Charta der Grundrechte hat die Europäische Union erstmals einen rechtlich verbindlichen Katalog von Bürgerfreiheiten, Grundrechten und die wirtschaftlichen und sozialen Rechte der europäischen Bürgerinnen und Bürger formuliert. An die neu formulierten Grundrechte sind einerseits die Organe der Europäischen Union gebunden, andererseits auch die Mitgliedstaaten, wenn sie EU-Recht ausführen. Die Charta verleiht den Grundrechten größere Sichtbarkeit und Klarheit. Sie stärkt die Europäische Union als Grundrechts- und Wertegemeinschaft.
Es geht in der Charte der Grundrechte u.a. um die Rechte der Teilnehmenden hinsichtlich des Schutzes personenbezogener Daten, hinsichtlich der Freiheit der Meinungsäußerung und der Informationsfreiheit, hinsichtlich des Rechts auf Bildung, hinsichtlich des Grundsatzes der Nichtdiskriminierung, hinsithlich der Gleichheit von Frauen und Männern, hinsichtlich der Integration von Menschen mit Behindung und hinsichtlich des Rechts auf gerechte und angememssene Arbeitsbedingungen. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Seite des ESF-Bremen.

Am 23. April 2024 heißt es wieder: Runter vom Sofa und rein in die Laufschuhe! Zum zweiten Mal läuft die WaBeQ beim B2Run mit mit, bzw. einige Mitarbeitende, die Spaß an der Sache haben. Es geht dabei nicht um Geschwindigkeit sondern um ein gemeinsames Erlebnis und das Teamgefühl, gemeinsam etwas zu erreichen. Wer nicht laufen will, kann auch walken – was sicherlich nicht wenige der vielen Teilnehmenden machen. Es soll Firmen geben, von denen sich mehr als 400 Mitarbeitende angemeldet haben… So viele sind es bei uns nicht, dafür ist unser Grüppchen aber hochmotiviert!
Wir wünschen allen Mitlaufenden und Mitwalkenden VIEL SPASS!

Nähere Infos zum Event gibt es hier https://www.b2run.de/run/de/de/bremen/index.html

Und selbstverständich sind wir auch mit dabei – Sie finden uns an den Ständen 14 und 26! Wir freuen uns auf intensive Gespräche, auf die Möglichkeit, allen Besucher/innen die Vielfalt unserer Angebote vorstellen zu können, und den Austausch mit den anderen rund 30 Aussteller/innen.

Nähere Informationen finden man unter www.vadib.de.

Seit letztem Jahr finden die Messen regional statt und nach Süd, Ost und Nord nun also im Bremer Westen, inkl. Mitte. Neben dem Quartiersbezug hat sich auch das Format der Messe verändert und bietet so die ganz wesentliche Basis für spannende Kontate.

Am 6. März 2024 lud die WaBeQ GmbH gemeinnützig (WaBeQ) zu ihrem ersten Fachtag im Rahmen Maßnahme [an]docken ein, eine Maßnahme nach dem SGB II §16h für entkoppelte junge Menschen, gefördert durch das Jobcenter Bremen. Hintergrund der Veranstaltung waren die zunehmenden Auffälligkeiten junger Menschen mit psychischen Belastungen.

In ihrer Begrüßungsrede betonte Geschäftsführerin Birgit Füllgrabe-Frede die Wichtigkeit des Projektes für junge Menschen in dieser speziellen Lebenssituation und verwies auf die Vielzahl an Projekten und Maßnahmen, die die WaBeQ GmbH gemeinnützig (WaBeQ) im Bereich Bildung, Beschäftigung und Qualifikation anbietet. Die WaBeQ GmbH gemeinnützig engagiert sich seit Beginn ihrer Gründung vor über 25 Jahren besonders für die Perspektiven junger Menschen – so auch das Team von [an]docken, das seit 2018 die Zielgruppe junger Menschen zwischen 18 Jahren und 25 Jahren in den Fokus setzt, die mit multiplen Problemlagen Hilfe benötigen.

Das Leitungsteam von [an]docken Mario Silberborth und Malte Cordes sowie die Mitarbeitenden im [dock]11 in der Bremer Innenstadt gaben den rund 100 Gästen aus der Jugendhilfe aus Bremen und dem ganzen Nordwesten einen Überblick über ihre sechsjährige Tätigkeit. [an]docken steht für niedrigschwellige Unterstützung junger Menschen, die hier anonym von einer Vielzahl an Hilfsangeboten profitieren können, sei es eine warme Mahlzeit, gespendete Kleidung oder einfach ein Ort zum Ausruhen. In den letzten sechs Jahren wurden beeindruckende 34.000 Beratungen zu verschiedenen Themen wie Anträgen, Wohnungslosigkeit, Berufsperspektiven, Gesundheit und Alltagsbewältigung durchgeführt. Neben der Teamleitung sorgen Sozialpädagog/innen, Psycholog/innen und eine Hauswirtschafterin für deren Unterstützung. In den letzten drei Jahren beobachteten die Kolleginnen und Kollegen eine Zunahme an Problematiken, mit denen entkoppelte junge Menschen zu kämpfen haben. Häufig sind das Grundbedürfnisse, die nicht sichergestellt werden können, wie z.B. Wohnraum, Nahrung oder eine gesundheitliche Versorgung, so berichteten Mario Silberborth und Malte Cordes. Aufgrund von mangelnden Angeboten und fehlenden freien Plätzen können beispielweise Menschen mit psychischer Belastung nicht zeitnah versorgt werden.

Das Fachpublikum zeigte Begeisterung für den Impulsvortrag von Kim Sören Huster, Oberarzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie am Klinikum Bremen-Nord. Mit einem Einblick aus der Praxis und statistischen Daten bestätigte er die Zunahme an Herausforderungen und psychischen Belastungen bei jungen Menschen, wie es das Publikum in der anschließenden Diskussion bestätigen konnte. Seine Empfehlung für alle, die im Bereich der Jugendhilfe arbeiten, lautete, eine Ausdehnung von Hilfsangeboten und Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den Netzwerken anzubieten, wie es beispielsweise die Maßnahme [an]docken leistet. Er betonte zudem, dass der Erfolg der Stabilisierung eines Menschen nach einem klinischen Aufenthalt maßgeblich von der Anschlussversorgung abhängt.

Ein besonderes Highlight für die Teilnehmenden waren vier Workshops zu den Themen Traumafolgestörungen, sexualisierte Gewalt, Deeskalation in der sozialen Arbeit und struktureller Rassismus. Jeder Workshop hat am Ende sein eigenes Fazit gezogen und Tipps gegeben, bspw. dass es für Beratende wichtig ist, sich immer wieder klarzumachen, nicht Teil des Problems sondern immer der Lösung zu sein. Dass man eher mit kleinen Schritte Zugang zum Gegenüber finden und deren Lebenssituationen ändern kann.  Oder wie das Kauen eines scharfen Kaugummis in Stresssituationen dazu beitragen kann, sich aus aktuen Anspannungen zu lösen.

Die Resonanz des Fachtags vom Publikum fiel durchweg positiv aus und es wurde deutlich, dass Maßnahmen wie [an]docken einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung junger Menschen leisten.

Am Ende des Tages war das Feedback der Gäste durchweg positiv. Eine Fortsetzung ist nicht ausgeschlossen…

Inmitten der aktuellen energiepolitischen Herausforderungen kommt dem Bundesprogramm „Stromspar-Check“ eine Schlüsselrolle zu. Es widmet sich mit voller Kraft der Aufgabe, überall in Deutschland die Möglichkeiten des Energiesparens nahe zu bringen. Insbesondere richtet sich das Programm an Bürgergeldempfängerinnen und
-empfänger und einkommensschwache Haushalte. Den Stromspar-Check gibt es inzwischen seit über 10 Jahren auch in Bremen. Träger der Maßnahme ist die Waller Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft mbHg mit Sitz im Bremer Westen.

Die Kernaufgabe des Stromspar-Checks erstreckt sich über die Beratung und den Austausch von kleinen elektrischen Verbrauchsmitteln, von Energiesparlampen bis hin zu Kühlgeräten. Und das direkt vor Ort, bei den Menschen zu Hause. Die Beratung ist kostenlos, weitere finanzielle Unterstützung haben die „Stromspar-Checker“ ebenfalls im Gepäck. Das Bremer Team gehört im bundesweiten Vergleich zu den Top 5 der Stromspar-Check-Initiativen. Tausende Haushalten spartendurch die Beratung bares Geld! Alleine in Jahr 2023 wurden in Bremen 811 Haushalte gecheckt.  Durch die Spaßmaßnahmen, wie z.B.  den Tausch von Sparartikeln, konnten über deren Lebensdauer mehrere 100.000 € eingespart werden!

Die aktuelle Lage zur Durchführung des Programms in Bremen gestaltet sich jedoch herausfordernd, da die Durchführung und Finanzierung eng an Maßnahmen zur Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt gekoppelt ist – die im Rahmen der Einsparungen gestrichen wurden. Der komplette Wegfall dieser so genannten AGH-Plätze (Arbeitsgelegenheiten) hat zweierlei gravierende Auswirkungen: zum einen soziale für die Menschen, die nun ihre Beschäftigung verlieren, ihren Zuverdienst zum Bürgergeld und eine sinnvolle, den Alltag strukturierende Aufgabe, die ihnen einen gute gesellschaftliche Teilhabe sichern. Und zum anderen ökologische, denn noch immer sind Millionen Haushalte bundesweit ungeprüft und stoßen mehr CO2 aus, als sie müssten. Im Zuge des Klimawandels müssten jedoch alle möglichen, auch kleinen Schritte gegangen werden, jede und jeder müsste bei sich selber anfangen, um diesen mindestens zu verlangsamen. Den Stromspar-Checks kommen somit eine immer dringlicher werdende Aufgabe zu.

Der „Stromspar-Check“ in Bremen sieht sich aktuell zudem mit einem steigenden Bedarf an Beratungen konfrontiert, während aber die Mittel zur Umsetzung schwinden. Besonders bedeutsam ist dabei der Aspekt, dass der Stromspar-Check nicht nur eine Antwort auf den Energieverbrauch bietet, sondern auch einen interessanten Arbeitsbereich für AGH-Teilnehmende darstellt. Abseits von rein handwerklichen oder Hilfstätigkeiten eröffnet diese Maßnahme einen faszinierenden und abwechslungsreichen Arbeitsbereich für Langzeitarbeitslose.

Die AGH-Teilnehmenden leisten als Stromspar-Checker einen wichtigen Beitrag, indem sie in Beratung und Austausch von elektrischen Verbrauchsmitteln eingebunden werden. Dies ermöglicht nicht nur einen praxisnahen Einblick in energieeffiziente Technologien, sondern fördert auch die berufliche Vielfalt und persönliche Entwicklung der Teilnehmenden. Die Problematik der gestrichenen AGH-Plätze unterstreicht somit nicht nur die finanziellen Engpässe, sondern auch den Verlust an wertvollen Arbeitsmöglichkeiten und
-erfahrungen für diejenigen, die von diesen Maßnahmen profitieren könnten.

Trotz dieser Schwierigkeiten bleibt der Stromspar-Check von entscheidender Bedeutung. In einer Zeit, in der die Energiekrise akut ist und steigende Kosten viele Haushalte belasten, leistet dieses Programm einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz und entlastet gleichzeitig die Bürger von unnötigen Energiekostennachzahlungen. Der Bund fördert das Projekt Deutschlandweit weiter, auch in Bremen. Mit Programmen zur öffentlich geförderten Beschäftigung, wie z. B. über das Instrument §16i/e SGB II, können Teilnehmende weiter im Programm tätig sein; dies kann aber nicht Anzahl der Plätze im AGH Bereich auffangen, so dass ein großer Teil der dringend benötigten Beratungstätigkeiten in den Haushalten nicht mehr geleistet werden kann.

Bremen, 22.01.2024