Viele junge Menschen, die zuvor in stationären Hilfen zur Erziehung gelebt haben, stehen beim Übergang von Schule in Ausbildung oder Beruf vor besonderen Herausforderungen. Sie sind häufig zu selbstständig für klassische Hilfen, aber noch nicht bereit für vollständig eigenständiges Wohnen. Mit der Jugendwohngruppe „Am Gummibahnhof“ in Bremen-Nord startet jetzt ein neues Modellprojekt.
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Sozialsenatorin Dr. Claudia Schilling, Assil Amin, pädagogische Bereichsleitung, und Geschäftsführerin Birgit Füllgrabe-Frede von der WaBeQ (v.l.) bei der Besichtigung der Appartements für die jungen Menschen. Foto: Sozialressort
„Junge Menschen, die bereits relativ selbstständig sind, benötigen in der Übergangsphase in Ausbildung und Beruf punktuell noch Begleitung“, sagte Dr. Claudia Schilling, Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration bei der Eröffnung der stationären Wohngruppe an diesem Freitag (23. Januar 2026). „Genau hier setzt das Wohnprojekt an. Wir schließen eine zentrale Lücke zwischen Jugendhilfe, Ausbildung und eigenständigem Wohnen.“
Die von der Waller Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft mbH (WaBeQ) im Auftrag der Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration betriebene Wohngruppe bietet 20 Plätze, zunächst schwerpunktmäßig für junge Erwachsene mit Fluchterfahrung. Das Projekt kombiniert privaten Wohnraum mit bedarfsgerechter sozialpädagogischer Begleitung durch Fachkräfte. Im Mittelpunkt stehen der Erhalt und Abschluss von Ausbildung oder Schulbildung sowie der schrittweise Weg in die Selbstständigkeit.


Auch Gesellschaft und Arbeitsmarkt profitieren
Assil Amin Barial, Bereichsleitung Pädagogik bei der WaBeQ: „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den jungen Menschen eine klare Zukunftsperspektive zu entwickeln, insbesondere im Hinblick auf ihre berufliche Orientierung. Bei uns erhalten sie den Raum und die Unterstützung, sich gezielt auf dieses Ziel zu fokussieren. Gleichzeitig begleiten wir sie im Alltag: beim Umgang mit Finanzen, im Kontakt mit Behörden sowie in Fragen rund um Wohnen, Haushalt und Zusammenleben. Darüber hinaus stärken wir ihre sozialen Kompetenzen, um Selbstständigkeit und Eigenverantwortung nachhaltig zu fördern.“
Beim „Gummibahnhof“ handelt sich um eine stationäre Hilfe nach Paragraph 13 Absatz 3 Sozialgesetzbuch VIII, die einzelfallbezogen bewilligt wird. Die Laufzeit ist individuell und orientiert sich am Entwicklungsstand, den vereinbarten Zielen sowie in der Regel an der Dauer von Ausbildung, Schulabschluss oder dem Übergang in Arbeit.
Aus Sicht von Sozialsenatorin Dr. Claudia Schilling profitieren von der neuen Wohngruppe nicht nur die jungen Menschen, sondern auch die Gesellschaft und der Arbeitsmarkt: „Wir senden das klare Signal: Bremen ist eine Stadt, die jungen Menschen Räume öffnet, Chancen bietet und sie auf ihrem Weg begleitet.“ Die Modellphase könne darüber hinaus wertvolle Erkenntnisse für weitere Projekte liefern und über Bremen hinaus Wirkung entfalten.
Die Jugendberufsagentur Bremen-Bremerhaven hat einen Beitrag zur Eröffnung bei Instgram veröffentlicht, s. https://www.instagram.com/p/DUDkPb3jFBk/
Und HIER geht es direkt zur Website der Jugendwohngruppe „Am Gummibahnhof“.
Die erste Förderphase (2023-2025) des Bundesprojektes ist zu Ende. Mit einem Rückblick auf das Erreichte und ein Blick nach vorne, was man ab 2026 alles angehen wil, haben am 11. Dezember 2025 von 10 bis 12 Uhr wurde der Abschluss der ersten Förderperiode im Quartierstreff Rostocker Str. 46 in Gröpelingen gefeiert.

Bei der Feier dankte Luise Lübke, Leiterin des Projektes, den anwesenden Teilnehmerinnen, dem gesamten Projektteam sowie Kooperationspartner/innen für die bisherige Zusammenarbeit. Nach einer kleinen Einführung durch Birgit Füllgrabe-Frede stellte Luise Lübke eine Rückschau auf die vergangenen drei Projektjahre vor und gab bekannt, dass die Zusage für die zweite Förderphase nun bekannt gegeben wurde. Dabei wurde auch der neue Flyer „Erfolgsgeschichten“ vorgestellt, in dem Frauen aus dem Projekt ihre persönlichen Erfolgswege im Projekt vorstellen.
DOWNLOAD Flyer Erfolgsgeschichten
Am Freitag, den 5. September 2025, fand im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums von WiN (Wohnen in Nachbarschaften) ein buntes Fest rund um den Quartierstreff Rostocker Straße statt. Über 70 Kinder, zahlreiche Erwachsene sowie 10 Kooperationspartner haben teilgenommen, mitgewirkt und gemeinsam für eine rundum gute Stimmung gesorgt.
Ein Nachmittag für Jung und Alt
Der große Regen blieb glücklicherweise aus – und zwischendurch zeigte sich sogar immer wieder die Sonne. Welch ein Glück! So konnte das Fest wie geplant um 15 Uhr starten.
Im Quartierstreff gab es bei Kaffee und Kuchen – teilweise selbstgebacken aus der Nachbarschaft – die Möglichkeit, mit den OMAS GEGEN RECHTS ins Gespräch zu kommen, zu basteln und einen Video-Rückblick auf vergangene Angebote, Ausflüge und Ferienprogramme anzuschauen.

Draußen erwarteten die Besucher/innen Spiel und Spaß: das Freizi Gröpelingen sowie das bemil-Bewegungsangebot für Kinder, dazu Kinderschminken, Luftballon-Kunst, eine Ballwurfmaschine, Microgreens-Ziehen, ein Nachbarsschafts-Flohmarkt und vielfältige Informationen zu den Angeboten von Aufsuchende Bildungsberatung QBZ, BIWAQ, JOBKICK plus und NaturKultur e.V.
Beteiligung und Mitbestimmung vor Ort
Da ein zentrales Ziel von WiN die Förderung von Engagement und Mitwirkung der Bewohner/innen ist, informierte das Quartiersmanagement Gröpelingen über Beteiligungsmöglichkeiten im Stadtteil und stellte u. a. den Bewohnerfonds vor.
Außerdem konnten Anwohnende ihre Erfahrungen und Meinungen bei der Auswahl der Spielgeräte für den neuen Spielplatz auf dem Gelände der LEG einbringen.

Dank
Herzlichen Dank an alle Teilnehmenden, Helfenden und Kooperationspartner/innen für das gelungene Fest. Die rege Beteiligung zeigt deutlich: WiN bleibt ein wichtiger Motor für Nachbarschaftsengagement in Gröpelingen — auf die nächsten 25 Jahre!
Silke Handelmann, Projektleitung Quartierstreff Rostocker Straße
Am Fest mitgewirkt haben:
BIWAQ (WaBeQ), Freizi Gröpelingen, Gesundheitsfachkräfte im Quartier (LVG & AFS Hb., Nds.), J OBKICK plus (WaBeQ), kiro, LEG Wohnen, LIGA e.V., NaturKultur e.V., OMAS GEGEN RECHTS, Stiftung – Dein Zuhause hilft, QBZ sowie die Nachbarschaft rund um den Quartierstreff Rostocker Straße.
Ermöglicht durch: Die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration, WiN (Wohnen in Nachbarschaften) sowie einer Spende der LEG
Am Dienstag, 2. September 2025, findet von 10 bis 13 Uhr die nächste vom VaDiB organisierte Messe statt, dieses Mal im Bürgerzentrum Neue Vahr (Berliner Freiheit 10, 28237 Bremen).
Die Messe im Bürgerzentrum Neue Vahr wird die zehnte in diesem Format. Das dezentrale Konzept ist erfolgreich und erreicht mehr Personen, als zuvor auf einer jährlich stattfindenden zentralen Veranstaltung. Dabei ist der organisatorische und finanzielle Aufwand für ausstellende Organisationen deutlich geringer. Der direkte Kontakt und Gespräche kommen einfacher zustande als auf den „großen“ Jobmessen.Insbesondere für Arbeitslose, Menschen mit Migrationshintergrund oder Schutzsuchende ist der Weg zu einer zentralen Veranstaltung weit außerhalb ihres Quartiers oft eine zu große Hürde. Aber auch für dezentrale Messen bleibt die große Herausforderung, Menschen zu motivieren, sich auf den Weg zu machen. Hierbei hat sich im ersten Schritt, mehrsprachiges Infomaterial (s. Website des VaDiB) einzusetzen, bewährt.
Für wen ist die Messe gedacht? Für alle,
- die sich weiter qualifizieren wollen
- die vertiefende, ergänzende und/oder eine neue Berufsorientierung suchen
- die sich auf dem Arbeitsmarkt umorientieren wollen
- die mit Migrationshintergrund und als Schutzsuchende eine Beratung und Orientierung suchen
- die nach der Zeit mit ihren Kindern (wieder) einen Einstieg ins Arbeitsleben finden wollen
- die alleinerziehend sind und ihre berufliche Zukunft planen
- die ein Praktikum oder eine Beschäftigungsmaßnahme anstreben
- die als Betrieb eine Fortbildungsmöglichkeiten für ihre Belegschaft suchen.
Die Messe steht für niederschwellige Angebote für Menschen im Quartier, die Qualifizierung oder Beschäftigung suchen, insbesondere für von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen, Arbeitslose, Menschen mit Migrationshintergrund und Schutzsuchende. Sie bietet ihnen eine Neuorientierung auf dem Arbeitsmarkt und ist ein wenig aufwendiges Format für ausstellende Organisationen, im Quartier ihre Angebote für Qualifizierung, Fort- und Weiterbildung sowie Beschäftigung anzubieten. die förderliche Gesprächsumgebung bringt ausstellende Organisationen und Besuchende einfach in Kontakt sowie ermöglicht den Zugang zu Netzwerkstrukturen und -partner/innen im Quartier.
Organisiert wird die Messe vom VaDiB, dem Verbund arbeitsmarktpolitischen Dienstleisterin Bremen und wird unterstützt von der Bundesagentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven und dem Jobcenter Bremen.
Claudia Schilling, Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration, ist derzeit mit dem Rad auf den Straßen Bremens unterwegs, besucht nach und nach alle Stadtteile und unterhält sich dort mit Menschen, Einrichtungen und Institutionen über die Situation vor Ort.
Am Dienstag, 15. Juli 25, hat sie einen kurzen Stopp in unserem Quartierstreff eingelegt und sich dort mit Silke Handelmann, zwei Damen aus dem Beirat und der Quartiersmanagerin im Westen, Bärbel Frömel, getroffen. Es wurde über die Angebote im Quartierstreff gesprochen, Silke hat die Ergebnisse aus der Aktivierenden Befragung präsentiert und Senatorin Schilling über die Wünsche und Bedarfe der Nachbarschaft informiert. Ebenfalls Thema: die Wichtigkeit der Sozial-Beratung im Quartier Rostocker Straße.
Wir bedanken uns für den Besuch von Senatorin Schilling und laden sie ein, gerne jederzeit wiederzukommen!


Endlich war es soweit – die erste Jugendwohngruppe der WaBeQ hat am 11. Juni 2025 offiziell eröffnet. 15 Wohnplätze für junge Erwachsene zwischen 16 und 27 Jahren stehen in Bremen-Burgdamm ab sofort zur Verfügung.
Das Eröffnungsfest wurde vom neu gegründeten Team der Jugendwohngruppe BURG vorbereitet. Sie haben alle Interessierten nach einer Eröffnungrede der Geschäftsführerin der WaBeQ, Birgit Füllgrabe-Frede, durch das Haus geführt und ihnen das Wohnkonzept erklärt.


Gekommen waren nicht nur die Mitarbeitenden des Hauses gekommen, sondern auch Mitarbeitende verschiedener Jugendämter, um sich ein Bild des Wohnangebotes zu verschaffen, sowie zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner aus der Nachbarschaft, Mitglieder des Ortsamtes und die Kontaktbeamten der Polizei – um die ersten Jugendlichen, die bereits eingezogen sind, willkommen zu heißen, Hemmungen abzubauen und auf die neue Nachbarschaft anzustoßen.
Worum es in der Wohngruppe BURG geht
Die Jugendlichen dieser Wohngruppe lernen hier, ihr Leben selber zu organisieren – von alltäglichen Aufgaben wie Haushaltsführung und Gedlverwaltung bis hin zu sozialen und persönlichen Kompetenzen. Sie entwickeln Selbstvertrauen, Entscheidungsfähigkeit und Eigenverantwortung. In zwei Phasen (Verselbständigung mit neun Plätzen, intensivierte Verselbständigung mit sechs Plätzen) werden sie behutsam im geschützem Raum bei den ersten Schritten in Richtung Selbstständigkeit und auf ein Leben außerhalb der Einrichtung vorbereitet.
Rechtsgrundlage
Unsere Wohngruppe arbeitet nach einem therapeutisch-heilpädagogischen Ansatz und ist ausgelegt nach dem SGB VIII auf Grundlage folgender Paragraphen:
- §34 Heimerziehung, sonstg. betreute Wohnform
- §41 Hilfe für junge Volljährige
- §35a Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche
Weiterführende Fragen zur Wohngruppe beantwortet Ihnen die Wohngruppenleitung gerne.
Leider hat sich seit dem Förderende von [an]docken und der darauffolgenden 2-monatigen Fortsetzung im [dock]11 im Spätsommer 2024 bis jetzt keine Lösung zur Fortführung des Angebotes finden lassen.
Daher müssen wir leider die andauernde Schließung der Anlaufstelle verkünden. Ob und wann eine Chance besteht, das [dock]11 in der Bremer Innenstadt wieder öffnen zu können, ist leider ungewiss.

„Das wurde aber auch Zeit!“ 🙂 und deshalb sind wir seit kurzem auch auf Instagram und Facebook unterwegs. In regelmäßig-unregelmäßigen Abständen zeigen wir Ihnen und euch, was wir tun, woran wir uns beteiligen, stellen Ihnen Maßnahmen und Projekte vor und geben Ihnen und euch einen Einblick in die WaBeQ-Welt.
Hier ein Beispiel zum Ende der Maßnahmen [an]docken und dem übergansgweise zwischenfinanzierten [dock]11, der Anlaufstelle für junge wohnungslose Menschen zwischen 18 und 25 Jahren in der Bremer Innenstadt:
Zum Ende der Maßnahme [an]docken
Am 8. August 2024 hatte der Nachbarschaftstreff im Wohnquartier „Wohnen in Vielfalt – Mit Rückenwind in die Arbeitswelt“ zu einem Sommerfest eingeladen. Bei strahlendem Sonnenschein gab es am Nachmittag verschiedenste Angebote und Aktionen für Groß und Klein.
Der BikePoint der WaBeQ GmbHg war mit einer Rikscha vor Ort und hat die Bewohnerinnen und Bewohner über das Gelände kutschiert. Dieses Angebot war besonders bei den Kindern sehr beliebt. Ein weiteres Highlight war eine selbstgebaute Wurfmaschine, denn hier gab es Süßigkeiten zu gewinnen. Beim BEMIL (Bewegungs- und Ernährungsmobil) konnten Kinder ihr Gleichgewicht bei einem Parkour testen. Eine Bewegungsbaustelle besteht aus Holzkisten, Brettern und Balken. Hier konnten die Kinder – auch im gemeinsamen Spiel – in Bewegung kommen und ihre Motorik trainieren.
Neben den Aktionen für Kinder gab es verschiedene Beratungsangebote für die Erwachsenen und die Eltern aus der Nachbarschaft. Das QBZ-Morgenland hat ihr mehrsprachig stattfindendes Angebot der aufsuchenden Bildungsberatung vorgestellt. Mitarbeitende der WaBeQ GmbHg aus den Maßnahmen und Projekten JOBKICK plus, dem Stromspar-Check und von bin+ waren vor Ort in regem Austausch mit den Gästen des Sommerfests. Die Frauen der Schneiderei „Heiße Nadel“ haben selbstgenähte Artikel wie Taschen, Türstopper, Kuscheltiere und viele andere kreative Dinge angeboten.
Für alle gab es ein breites Angebot an Essen und Getränken, wie Gemüse-Quiche, Apfel- und Pflaumenkuchen, Waffeln und Gemüse-Sticks. Auch Frauen aus der Nachbarschaft haben sich mit selbstgemachten Törtchen und anderen leckeren traditionellen Gerichten aus ihrer Heimat am Buffet beteiligt.
Wir bedanken uns bei allen Gästen und Kooperationspartner/innen und bei allen tatkräftig helfenden Händen für diesen schönen Nachmittag.
Foto: Matthias Sabelhaus
Es ist nur eine kurze Atempause – das [dock]11 kann geöffnet bleiben! Zumindest vorerst bis zum
30. September 2024 und mit abgespecktem Programm. Das erklärte Ziel, eine dauerhafte Lösung für diesen besonderen Ort für junge Menschen zu erhalten, steht jedoch noch aus.
Wie heute mitgeteilt, wird der Basisbetrieb vor Ort im [dock]11 bis Ende September durch die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration finanziert. An 4 Tagen pro Woche wird es also für die betroffenen jungen Menschen weiterhin die Möglichkeit geben, sich im Wegesende 11 zwischen 11 und 18 Uhr aufzuhalten, ein Snackangebot zu bekommen, sich zu duschen und die Kleidung wechseln zu können und vor allem: offene Ohren für die Sorgen und Nöte vorzufinden. Das [dock]11 bleibt also vorerst geöffnet – wenn auch die vormals [an]docken genannte Maßnahmenicht so weitergehen wird, wie in den letzten 6 Jahren. Auch der Name wird sich ändern. Ab nun heißt das Angebot [dock]11.
Nicht mehr im Angebot sind die mobile Beratung in den Stadtteilen und die Einzelfallhilfe. Das Angebot [mobil] andocken hatte zum Inhalt, mit einem kleinen Team 3 Tage in der Woche in Stadtteilen unterwegs zu sein und die jungen Menschen dort zu treffen, wo sie sich aufhalten, an Bahnhöfen, auf öffentlichen Plätzen, in Einkaufsstraßen. In der Einzelfallhilfe wurden gleichzeitig bis zu 12 junge Menschen ganz individuell an das Hilfesystem herangeführt und zum Beispiel zum Jobcenter begleitet, um dort Unterstützung zu bekommen, eine Wohnung oder eine Ausbildung, und den Weg der Straße zu verlassen. Auch diese Intensivhilfe ist nicht mehr vorhanden. Zudem wird es das Angebot nurmehr an 4 statt an 5 Tagen pro Woche geben können und die Öffnungszeiten reduzieren sich auf eine Stunde weniger pro Tag. Für das Team bedeutet dies eine deutliche Reduktion der Personalstunden um 2/3, so dass nicht alle Mitarbeitenden weiterarbeiten können.
Als vor 4 Wochen bekannt wurde, dass die benötigten Kosten zur Durchführung der Maßnahme die vorhandenen Haushaltsmittel übersteigen und das Jobcenter Bremen gezwungen war, die weitere Förderung nicht zu bewilligen, dachten wir, dass das [dock]11 zum 31. Juli 2024 seine Türen für immer schließen muss. Wir, die Waller Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft mbH gemeinnützig (WaBeQ) zusammen mit dem Zentrum für Schule und Beruf (zsb)/Deutsches Rotes Kreuz, setzen nun große Hoffnungen in den zweimonatigen Übergang und dass eine dauerhafte Lösung von den zuständigen Ressorts gefunden wird. Entsprechende Gespräche zwischen und mit den zuständigen Stellen bei den Senatorinnen für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration sowie Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz sollen anberaumt werden.
Seit 2018, als das [dock]11 als erste Anlaufstelle dieser Art in Norddeutschland eröffnet hat, gilt es als Vorbild für viele Städte und Gemeinden, die ähnliche Angebote planten oder bereits umsetzen. 32.000 Mal haben sich die Türen in der Bremer Innenstadt seitdem geöffnet, über 12.000 Beratungsgespräche wurden geführt, über 60 jungen Menschen hat das Angebot den Weg zurück in ein geregeltes Leben geebnet. Träger der Maßnahme in Bremen ist die Waller Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft mbH gemeinnützig (WaBeQ) mit Sitz in Walle in Kooperation mit dem Zentrum für Schule und Beruf (zsb)/Deutsches Rotes Kreuz Bremen.
Bremen, 31. Juli 2024